Von F.A. Heinen, 22.02.12, 17:28h
Das wies inzwischen SPD-Fraktionschef Uwe Schmitz entschieden zurück. Die Zahlen stimmten nicht. Selbst wenn im schlechtesten Fall tatsächlich 19 Millionen Euro zu investieren seien, zahle das nicht alleine der Kreis und schon gar nicht die Kommunen. Die Hauptlast der Kosten übernähmen der Nahverkehr Rheinland (NVR) und das Land. Insofern erzeuge die FDP-Kritik bei den Kommunen nur „völlig unnötig Angst“, so Schmitz.
Die FDP-Rechnung stimme auch bei den Betriebskosten nicht, denn das Risiko für die 1,5 Millionen Euro Jahreskosten übernehme der Zweckverband NVR, der den Schienenverkehr bestelle. Die Kommunen müssten lediglich für den Erhalt der Bahnhöfe und deren Umfeld aufkommen, und dafür gebe es Zuschüsse von bis zu 95 Prozent. Die FDP hatte auch bezweifelt, dass der aktuelle Verkehrsstandard durch die Bördebahn verbessert würde. Dazu Schmitz: „Eine Verkürzung der Fahrtzeit Düren-Euskirchen von 60 auf unter 30 Minuten ist aus Sicht der SPD eine deutliche Anhebung der Standards und führt zu einer überdurchschnittlich hohen Steigerung der Attraktivität im Vergleich zu den Buslinien.“ Die SPD sehe die Reaktivierung der Bahnstrecke Euskirchen-Düren nach wie vor als unverzichtbares Zukunftsprojekt.
Nachhaltiger Nutzen
Nach Meinung der SPD-Fraktion sei der nachhaltige Nutzen und Gewinn für die Einwohner der Regionen Bonn, Euskirchen und Aachen so hoch, dass eine Reaktivierung auch mit den zu erwartenden geringen Eigenanteilen der Kommunen zu befürworten sei. „Die in den letzten Monaten durch SPD, CDU, Grüne und die Interessenverbände vorangetriebenen Anstrengungen zur Reaktivierung sind eine einmalige Chance für die Kreise Euskirchen und Düren“, so Schmitz abschließend.
Seitens des Arbeitskreises Eifelbahnen weist auch der Eisenbahn-Fachmann Wolfgang Müller aus Euskirchen die Argumentation der FDP zurück. Weder die angegebenen Kosten noch die finanziellen Risiken für den Kreis Euskirchen seien richtig. Auch Müller verwies darauf, dass der NVR Betrieb und Investition finanziere. Wobei dem NVR Bundes- und Landesmittel entsprechend der Regionalisierungsgesetze zustünden. Müller verwies auf eine Meldung im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 15. Februar: „Landesregierung lässt 200 Millionen Euro aus Berlin verfallen.“ Davon seien allein 80 Millionen für den Nahverkehr vorgesehen gewesen. Der Busverkehr müsse dagegen von den Landkreisen selbst finanziert werden.
Auch im Betrieb der Bördebahn ließen sich Kosten in Millionenhöhe einsparen, wenn die vom Arbeitskreis Eifelbahnen vorgeschlagenen Betriebsoptimierungen umgesetzt würden. Insbesondere dann, wenn die Euregiobahn Heerlen(Niederlande)-Aachen-Düren bis Euskirchen oder gar bis Bonn verlängert würde. Mit dem Lückenschluss Düren-Zülpich- Euskirchen entstehe ein vollständiges Eisenbahnnetz in der Euregio Maas-Rhein. Dabei nehme die Eifel-Bördebahn geradezu eine Schlüsselfunktion ein. Gleichzeitig entstehe ein wichtiger und schneller Verkehrskorridor, der in den angrenzenden Landkreisen rund eine Million Einwohner miteinander verknüpfe.
Wirtschaftlich sei der gegenwärtige jährliche Schaden für den Kreis Euskirchen erheblich. Er dürfte nach Müller wegen der fehlenden Strecke in die Millionen gehen. Der Bahnfachmann empfiehlt der FDP im Kreis Euskirchen, sich bei ihrem Parteifreund Rainer Brüderle auf die Schulbank zu setzen. Brüderle hatte als Minister in Rheinland-Pfalz acht Bahnstrecken erfolgreich reaktiviert und den Rheinland-Pfalz-Takt eingeführt.
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@Liebchen66
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Nicht ganz....
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