Von Bernhard Romanowski, 30.09.08, 17:50h
Bruder Andreas ist vielen Freunden der Orgelmusik als Organist an der Basilika Steinfeld bekannt. Er brachte in Tondorf Kompositionen von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Christian Friedrich Ruppe und Johann Christian Heinrich Rinck zu Gehör. „Der Kirchenraum hat eine sehr schöne Akustik“, freute sich der Salvatorianer-Bruder, als er am Spieltisch der Orgel Platz nahm. Zuvor hatte er sein Schuhwerk gewechselt und spezielle Orgelschuhe angelegt. Diese Fußbekleidung zeichnet sich durch einen verstärkten Absatz an der Ferse und einen beweglichen Teil im Zehenbereich aus und erleichtert so das Bedienen der Pedale. „Viele wissen nicht einmal, dass man beim Orgelspielen auch die Füße benutzt“, sagte Warler lachend, bevor er sein Notenheft aufklappte.
Bei der Auswahl der Stücke hatte sich Warler nach den klanglichen und technischen Eigenheiten des Instruments gerichtet, das der Orgelbaumeister Hubert Fasen aus Oberbettingen anfertigte. Nach 16-jährigem Engagement gelang es dem Orgelbauverein Ende 2006, das neue Instrument im Gesamtwert von 150 000 Euro anzuschaffen. Einen würdigeren Gastorganisten als Warler konnten sich die Tondorfer kaum wünschen.
Bruder Andreas wurde während seines Theologie-Studiums in Passau vom dortigen Domorganisten entdeckt und durfte vertretungsweise für ihn auf der größten Domorgel der Welt spielen. Das Studium der Kirchenmusik absolvierte er in Aachen und in den USA. Seit 1992 ist Bruder Andreas Warler Organisator und künstlerischer Leiter der Steinfelder Vesperkonzerte verantwortlich. Neben seinen Konzerten und Gastauftritten bei berühmten Orgelfestivals in der ganzen Welt spielte er bereits sieben Musik-Alben ein und war in zahlreichen Fernseh- und Rundfunkproduktionen zu erleben. Dennoch ist er sich nie zu schade, auch vor eher kleinem Publikum wie am Sonntag in Tondorf seine Spielkunst unter Beweis zu stellen.
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